Lehrgedicht Erdkröte (Bufo bufo)
Krötengedicht
ein Lehrgedicht von © 2025, Amphibienschutz.org
Im Märze, wenn der Frost verweht,
die milde Sonne höher steht,
die Kröte in ihrer Höhle erwacht –
losgewandert zur warmen Regennacht.
Das Fortbewegen gemächlich im Schreiten,
bei feuchter Umgebung, über größere Weiten.
Bis zu drei Kilometer legt sie zurück,
zum Ursprungsgewässer – ihr altes Glück.
Ohne äussere Schallblase ruft er leise,
die Weiber anlockend auf diese Weise.
Ist ein freies Weibchen endlich gefunden,
wird es per Umklammerung feste umwunden.
Das Weibchen spannt in klarem Band
die Laichschnur nahe dem Uferrand.
Das Männchen fest auf ihrem Rücken,
tut fortlaufend den Laich beglücken.
Mit der Befruchtung klipp und klar,
wird neues Leben geschöpft so wahr.
Doch wer am frischen Laich sich waget,
wird rasch vom bitteren Gifte geplaget.
Auch Kaulquappen, schwarz und klein,
tragen Gifte in ihrem Körperlein.
Bitterstoffe oder auch Bufotoxine genannt,
von Molch und Fisch gemieden – wohlbekannt.
Die Metamorphose nun endlich vollbracht,
aus der Kaulquappe eine Kröte gemacht.
Die Kiemen weg, die Lunge bereit,
das Lande rufend zur neuen Zeit.
Am Ufer drängend, Schritt für Schritt,
tausende Geschwister wandern mit.
Alle losziehend – winzig klein –
ein Krötenregen soll es sein.
